free statistics Audiogent Special - Ein Blick hinter die Kulissen - Teil 2 - Audiogent

Audiogent Special - Ein Blick hinter die Kulissen - Teil 2

Cornelius Huber, Spezialist für Interaktive Hörspiele, berichtet aus den Erfahrungen seiner zahlreichen Produktionen.

2. KOMMUNIKATION

Eine der schwierigsten Dinge, wenn du mit vielen Leuten zusammen arbeitest, ist die Kommunikation. Du musst sicherstellen, dass jeder die gleichen Informationen hat und dass alle stets up to date sind. Das kommt dir Anfangs noch simpel vor. Ich meine: du sagst einfach allen, was Sache ist, erstellst Arbeitsunterlagen, die für jeden abklären, von wem wann welcher Beitrag in welcher Form erbracht wird. Einfach oder? Aber dann passieren manchmal Dinge, die du nicht erwartest. Ein Tontechniker liest die Dokumente nicht und entwickelt plötzlich seine eigenen Vorstellungen davon, wie gewisse Abläufe funktionieren. Projektbeteiligte wechseln und plötzlich müssen Informationen erneut fließen.

Mein konkreter Ratschlag ist: halte deine Projektdokumentationen übersichtlich und stets auf dem neuesten Stand. Klingt selbstverständlich nicht? Aber je spezifischer und detaillierter deine Unterlagen werden, desto besser muss auch die Kommunikation mit allen Projektbeteiligten werden.

Es liegt in meiner Natur über das Drehbuch hinaus zu gehen. Dinge ändern sich in meiner Vorstellung und bleiben beweglich bis zum letzten Moment. Selbst im Studio während der Aufnahmen kommen mir immer neue Ideen. Kurzum: Du wirst immer Dinge ändern wollen.

Ich habe im Laufe der Produktion eine Vielzahl von Story Boards, Diagrammen, haufenweise persönliche Notizen usw. angefertigt. Und das ist auch alles kein Thema, solange du sicher stellst, dass die Infos alle Beteiligten erreichen.

Zwei Werkzeuge haben mir bei dieser Aufgabe definitiv geholfen. Zum einen verwende ich eine serverbasierte SVN Lösung für alle Dokumente. Es gibt hier sicherlich viele Lösungen, ich habe für meine Projekte DROPBOX kennen und schätzen gelernt. Das System ist kostenlos, erfordert praktisch keinerlei Computerkenntnisse (das ist wirklich hilfreich wenn man mit einem bunt gemischten Team arbeitet), also leicht zu verwenden für jedermann, in einer Minute einsatzbereit und bietet kostbare Backup-Systeme und Versionskontrolle.

Das zweite Werkzeug ist die STORYMACHINE, das viel gerühmte Autorenwerkzeug für Interaktive Hörspiele. Diese proprietäre Software habe ich selbst entwickelt. Der Funktionsumfang geht weit über eine herkömmliche Schreibsoftware für Drehbücher hinaus. Unter anderem verwendet das System spezielle Editier- und Teamkommunikationsfunktionen, die ich so in noch keiner anderen Drehbuchsoftware gesehen habe. Deshalb wird dieses Autorenwerkzeug wohl auch weiterhin der Standard in unseren Produktionen bleiben.

Fazit: Egal wie trivial die Details erscheinen, stelle immer sicher, dass Drehbuch, Treatment und Produktionsunterlagen auf dem neuesten Stand bleiben. Stelle doppelt sicher, dass alle Projektbeteiligten die Unterlagen kennen.

Im nächsten Beitrag geht es um die GRADWANDERUNG ZWISCHEN VISION UND REALITÄT.